Fachvortrag: „Jakob Adlharts Position in der österreichischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts“

Fachvortrag: „Jakob Adlharts Position in der österreichischen Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts“

Jakob Adlhart im kunsthistorischen Kontext. Dr. Peter Thuswaldner beleuchtete die Position des Bildhauers in der österreichischen Kunstgeschichte.

Das Museum im Einlegerhaus in Obertrum stand kürzlich ganz im Zeichen des österreichischen Bildhauers Jakob Adlhart. Im Rahmen der aktuellen Sommerausstellung „Der Bildhauer Jakob Adlhart und sein Wirken in Obertrum und darüber hinaus“ konnte das Museum mit Dr. Peter Thuswaldner einen ausgewiesenen Kenner des Künstlers für einen besonderen kunsthistorischen Fachvortrag gewinnen.

Vor dem Vortrag hatten die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, bei einer kostenlosen Führung durch die Sommerausstellung die wichtigsten Stationen im Leben und Schaffen Jakob Adlharts kennenzulernen und dabei insbesondere auch seine Verbindung zu Obertrum zu entdecken. Kustodin Ingeborg Mastnak gab tiefe Einblicke in die Ausstellung.

Adlhart und der Wandel zur Moderne

In seinem Vortrag richtete Dr. Thuswaldner den Blick über das einzelne Kunstwerk hinaus und ordnete das Schaffen Jakob Adlharts in die Entwicklung der österreichischen Kunst des 20. Jahrhunderts ein.

Ein Schwerpunkt lag dabei auf der expressionistischen Epoche und der Entwicklung des sogenannten Halleiner Expressionismus. Dr. Thuswaldner zeichnete die Entwicklung der Familie Adlhart nach und beleuchtete sowohl den Werdegang von Jakob Adlhart d. Ä. als auch jenen seines Sohnes Jakob Adlhart d. J.

Besonders interessant war dabei der Blick auf die Veränderungen, die der Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert mit sich brachte. Die Entstehung der Werkstätte Adlhart war, wie Dr. Thuswaldner ausführte, sowohl von einem technologischen als auch von einem künstlerischen Paradigmenwechsel geprägt.

Von der Bildhauereifachschule zum Halleiner Expressionismus

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Vortrags war die Entwicklung des Kunsthandwerks und der Bildhauerei in Hallein. Mit der Bildhauereifachschule in Hallein, die 1871 gegründet wurde, entstand eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der regionalen Bildhauerkunst.

Später wurde diese Entwicklung unter anderem durch die Werkstätten von Jakob Adlhart und Max Domenig geprägt. Dr. Thuswaldner zeigte auf, wie sich aus diesen Voraussetzungen eine eigenständige künstlerische Entwicklung herausbildete und welche Rolle Jakob Adlhart innerhalb dieser Entwicklung einnahm.

Dabei ging es nicht nur um Stilrichtungen und kunsthistorische Einordnungen. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Emotionalität und Ausdruckskraft von Adlharts Arbeiten – wesentlichen Merkmalen, die insbesondere im Zusammenhang mit dem Expressionismus eine zentrale Bedeutung erhalten.

Ein Abend mit vielen neuen Perspektiven

Der Vortrag bot den zahlreichen Gästen nicht nur interessante Einblicke in die kunsthistorische Bedeutung Jakob Adlharts, sondern eröffnete auch neue Perspektiven auf sein Werk und seine Stellung innerhalb der österreichischen Kunstgeschichte.

Unter den Gästen befanden sich unter anderem Vizebürgermeister Kommerzialrat Bernhard Seidl, Mitglieder der Familie Adlhart, sowie zahlreiche kunst- und kulturinteressierte Besucherinnen und Besucher. Auch Vertreterinnen und Vertreter anderer Museen, darunter Prof. Erich Urbanek vom MuseumBurg Golling, waren anwesend.

Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich ein angeregter fachlicher Austausch zwischen den anwesenden Experten und Gästen. Dabei wurden verschiedene Aspekte des Lebens und Schaffens von Jakob Adlhart diskutiert und auch einige neue Erkenntnisse und interessante Zusammenhänge besprochen.

Kunstgeschichte lebendig vermitteln

Der Fachvortrag von Dr. Peter Thuswaldner zeigte eindrucksvoll, wie wichtig es ist, regionale Kunst- und Kulturgeschichte nicht isoliert zu betrachten, sondern in größere kunsthistorische Entwicklungen einzuordnen.

Die Sommerausstellung im Museum im Einlegerhaus bietet dafür den passenden Rahmen: Jakob Adlhart wird nicht nur als Künstler mit einer besonderen Verbindung zu Obertrum sichtbar, sondern als Teil einer bedeutenden Entwicklung der österreichischen Bildhauerei und des Expressionismus.

Die Sommerausstellung „Der Bildhauer Jakob Adlhart und sein Wirken in Obertrum und darüber hinaus“ ist dieses Jahr noch bis 18. Oktober 2026 im Museum im Einlegerhaus zu sehen. Aufgrund des großen Erfolges und des erfreulich guten Besucherzuspruchs wird die Ausstellung auch im kommenden Jahr verlängert. Eva Maria Adlhart und Ingeborg Mastnak ließen die Gäste im Rahmen des Abends wissen, dass die erfolgreiche Ausstellung damit auch 2027 weiterhin zu sehen sein wird.

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