Museumsverein erstmals beim Bauernherbst in Obertrum.  

Museumsverein erstmals beim Bauernherbst in Obertrum.  

Bockbeidei, Bier und gelebte Volkskultur

Erstmals war der Museumsverein mit einem eigenen Stand beim Bauernherbst vertreten. Gemeinsam mit traditionellem Handwerk – vom Rechenmachen über Holzverarbeitung bis hin zur Weberei – wurde am runden Parkplatz vor dem Museum ein Stück gelebter Volkskultur präsentiert.

Der Museumsvorstand hatte für die Besucherinnen und Besucher einiges vorbereitet. Neben Trumer Herbstbier, Bauernradler und alkoholfreien Getränken wurden Grammelschmalzbrote, frisch gebackene Apfelradl und als besondere Spezialität die „Bockbeidei“ angeboten – gebackene Zwetschken, die vor allem der älteren Generation im TrumerSeenland noch bestens bekannt sind.

Eine Spezialität mit Geschichte

Gerade die „Bockbeidei“ sorgten für so manches Gespräch. Während einige Besucher den Ausdruck noch aus ihrer Kindheit kannten, war er für andere völlig neu. Die gebackenen Zwetschken waren damit nicht nur eine kulinarische Besonderheit, sondern zugleich ein kleines Stück regionaler Sprach- und Alltagsgeschichte.

Nach der Eröffnung beim Bierbrunnen machten sich auch Bürgermeister Simon Wallner und Vizebürgermeister Bernhard Seidl auf den Weg zum Museumsstand. Dort ließen sie es sich nicht nehmen, die frisch gebackenen „Bockbeidei“ zu kosten. Auch Gemeindevertreterin Maria Bauer zeigte sich begeistert und meinte augenzwinkernd: „Die sind genau so gut wie meine, wenn ich sie mache.“

Für die perfekte Zubereitung sorgten die beiden Backmeister Siegfried Czeczelich und Lisa Seidl, die den ganzen Tag über für Nachschub sorgten.

Regionalität, die man schmeckt! Bei den Zutaten wurde ganz bewusst auf regionale Produkte gesetzt. Zum Einsatz kamen Trumer Bier der Trumer Privatbrauerei Sigl, Milch vom Auerbauer aus Obertrum, Eier vom Bindergütl am Haunsberg von der Familie Buttenhauser, sowie Äpfel und Zwetschken vom Obst- und Gartenbauverein Obertrum.

Damit wurde am Museumsstand nicht nur regionale Tradition vermittelt, sondern auch gezeigt, wie gut heimische Produkte, bäuerliche Lebensmittel und traditionelle Rezepte zusammenpassen.

Hinter dem Stand steckte viel Arbeit: Der gesamte fleißige Museumsvorstand war im Einsatz – vom Aufbauen und Vorbereiten über das Backen und Ausschenken bis hin zum Verkauf und schließlich auch wieder beim Abbauen. Gemeinsam wurde angepackt und dafür gesorgt, dass sich die Besucherinnen und Besucher am Museumsstand wohlfühlten.

Der Stand war den ganzen Tag über gut besucht. Besonders erfreulich war, dass auch zahlreiche Museumsfreunde und Mitglieder vorbeischauten. Unter den Besuchern war auch Franz „Ruaperl“ Pötzelsberger, Gründungsmitglied und Ehrenmitglied des Museumsvereins. Für ihn war der Bauernherbst beim Museum ebenso ein Pflichttermin, wie für Elisabeth und Hilde Dirnberger.

Auch eine Abordnung des Seniorenbundes Obertrum stattete dem Museumsstand einen Besuch ab. Allen voran Gottfried Aigner mit seiner Frau Kathi, die sich ebenfalls von den kulinarischen Angeboten und der gemütlichen Atmosphäre überzeugen konnten.

Musik, Tanz und gelebte Volkskultur: Für eine Überraschung sorgte Lisa Seidl, die auch der Halthäuslmusi eine Stärkung vorbeibrachte – sehr zur Freude der Musikanten. Überhaupt stand der runde Parkplatz ganz im Zeichen der Volkskultur. Dass der Museumsverein mit seinem Stand direkt neben den traditionellen Handwerkern, und dem Imkerverein Obertrum vertreten war, passte daher besonders gut. Der Trachtenverein D’Seerosner präsentierte vor der Hütte des Museumsvereins traditionelle Tänze und Aufführungen und sorgte damit für ein stimmungsvolles Bild gelebter Salzburger Volkskultur.

„Bockbeidei“ kommt ins Mundartwörterbuch! Auch das Mundartwörterbuch des Museumsvereins fand beim Bauernherbst seine Abnehmer. So manches längst vergessene Wort wurde beim Stand wieder aufgegriffen, erklärt und gemeinsam besprochen. Auch die Geschäftsführerin des Salzburger Seenland Tourismus, Manuela Bacher, sowie Pressefotograf Wolfgang Schweighofer besuchten den Museumsstand, wo gemeinsam alte Mundartwörter besprochen und so manche Erinnerung geteilt wurde.

Und vielleicht bekommt das Wörterbuch schon bald einen neuen Eintrag: „Bockbeidei“ war darin bisher nämlich noch nicht zu finden. „Das werden wir neu aufnehmen“, meinte Museumsvorstand Mag. Matthias Strasser.

So wurde der erste Auftritt des Museumsvereins beim Bauernherbst zu weit mehr als einem Verkaufsstand: Tradition, Handwerk, Mundart, Musik, Tanz und regionale Lebensmittel kamen zusammen und machten den Museumsstand zu einem Treffpunkt für Einheimische, Museumsfreunde und Besucher.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen Helferinnen und Helfern des Museumsvereins sowie allen Partnern und regionalen Produzenten, die zum gelungenen Bauernherbst beigetragen haben.

Ein Auftakt, der Lust auf eine Wiederholung macht – und vielleicht auf viele weitere „Bockbeidei“.

Die Erlöse des Bauernherbststandes kommen dem Museum im Einlegerhaus zugute und unterstützen damit die Durchführung von Ausstellungen, Veranstaltungen und vielfältigen Aktivitäten des Museumsvereins.

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