Historisches Übergabefest bei der Metzgerei Brandstätter

Historisches Übergabefest bei der Metzgerei Brandstätter

Generationenwechsel bei der Metzgerei Brandstätter

Die Metzgerei Brandstätter in Obertrum hat ein neues Kapitel aufgeschlagen. Im Rahmen eines Übergabefestes übergaben Christian und Margit Brandstätter den Familienbetrieb an ihren Sohn Karl („Karli“) Brandstätter. Viele Gäste, Freunde und Wegbegleiter waren gekommen, um diesen besonderen Moment mitzufeiern.

Mit den Worten „Heute laden wir Euch ein – Essen und Trinken ist frei!“ eröffnete Christian Brandstätter das Fest. Bei hausgemachten Würsteln und frisch gezapftem Trumer Bier aus dem Bierbrunnen wurde gemeinsam gefeiert, gelacht und auf die erfolgreiche Zukunft der Metzgerei angestoßen. Sehr emotional wurde es als, sich Christian Brandstätter bei seiner Frau Margit bedankte und bei seiner Mutter „Metzger Hanni“, die für Ihre Leberknödel weit und breit bekannt war.

Für Karli Brandstätter ist die Übernahme weit mehr als ein beruflicher Schritt. Schon als Kind war er gerne in der Metzgerei unterwegs, half mit und wuchs Schritt für Schritt in den Familienbetrieb hinein. Nun übernimmt er die Verantwortung für ein Unternehmen, das seit Generationen eng mit Obertrum verbunden ist.

Die Belegschaft der Metzgerei ließ es sich nicht nehmen, sich mit einem Gedicht zu bedanken. Der Liegestuhl für Seniorchef Christian durfte dabei natürlich nicht fehlen. Zahlreiche Gratulanten kamen vorbei, darunter Innungsmeister Helmut Karl, der Chef der Bäckerei Unterbäck, Bürgermeister Simon Wallner und Vizebürgermeister Seppi Kraibacher mit Gemeindevertretung, der Wirtschaftsbund Obertrum, die Familie Traintinger aus Elixhausen (Geschwister von Margit Brandstätter) sowie der Obst- und Gartenbauverein Obertrum.

Auf Wunsch von Karl Brandstätter gab Museumsobmann Günter Lechner einen kurzen Einblick in die Geschichte des Hauses. Die Wurzeln reichen weit zurück: Bereits im Jahr 1496 wird jener Hof urkundlich erwähnt, aus dem sich später die Fleischhauerei entwickelte. Im Laufe der Jahrhunderte finden sich zahlreiche Einträge und Urkunden zu den Besitzern des Hauses. Historische Dokumente zeigen zudem, wie wichtig das Metzgerhandwerk damals war. Wer eine Fleischbank betreiben wollte, benötigte die Zustimmung der Obrigkeit und musste seine fachliche Eignung sowie seinen guten Ruf nachweisen.

Begleitet wurde der historische Rückblick von Schautafeln mit historischen Aufnahmen der Metzgerei sowie der damaligen Ortsdurchfahrt, die eindrucksvoll zeigten, wie sich das Ortszentrum von Obertrum im Laufe der Jahrzehnte verändert hat.  Das Metzgerhaus prägt somit – neben der Kirche, der Brauerei und dem Schmied – schon seit Jahrhunderten den Dorfplatz bzw. das Ortszentrum. Ein besonderer Dank gilt dem Heimatforscher Wolfgang Neuper aus Mattsee, dessen Recherchen wertvolle Einblicke in die Geschichte des Metzgerhauses ermöglicht haben.

Seit über 100 Jahren ist das Haus mit der Familie Brandstätter verbunden. Eduard und Maria Brandstätter legten den Grundstein für die Entwicklung des Betriebes. 1961 übernahmen Karl Brandstätter und seine Gattin Hedwig die Metzgerei und bauten sie kontinuierlich aus. 1989 folgte die Übergabe an Christian Brandstätter, der den Betrieb modernisierte und erfolgreich in die Zukunft führte.

Der Name Brandstätter selbst stammt vom Begriff „Brandstätt“ – einem Ort, der nach einem Brand wieder aufgebaut wurde. Ein Name, der gut zur Geschichte der Familie passt, die über Generationen hinweg Verantwortung übernommen, aufgebaut und weiterentwickelt hat.

Die Metzgerei Brandstätter ist bis heute ein wichtiger Teil des Obertrumer Ortszentrums. Sie steht für Qualität, Regionalität und echtes Handwerk. Gleichzeitig ist sie Arbeitgeber, Nahversorger und ein Stück gelebte Ortsgeschichte.

Eine Abordnung der Trachtenmusikkapelle begleitete das Fest stimmungsvoll. Der neue Metzger Chef Karli dirigierte zum Abschluss des offiziellen Teils den Rainermarsch.

Mit der Übergabe an Karl Brandstätter bleibt diese Tradition erhalten und wird in die nächste Generation weitergeführt. Alles Gute dafür!

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